Elektrik onboard

Letztes Jahr auf dem Weg nach Tschechien: Es war September und wir hatten uns dazu entschlossen in einem modernen Ferienhaus auf der tschechischen Seite des bayrischen Walds ein paar Nächte zu verbringen um später nach  Prag zu radeln.

Wir starteten also nach einem Bier und einem Cappuccino gegen halb vier ab Bahnhof Zwiesel. Kein Problem dachten wir, 35km in zwei Stunden sollte gehen. Naja, als wir dann die ersten 200 Höhenmeter mit 10% Streigung hinter uns hatten um in einem sumpfigen Wald anzukommen wurde es auch schon dämmrig. Als wir es endlich auf eine Landstraße geschafft haben war es dunkel.

Ich fand es super denn mit den guten Scheinwerfern macht mir das radeln im Dunkeln Spaß. Ich mag die Stille, die kühle Luft und auch, dass man nicht alles sieht. Ich konnte aber auch gut verstehen dass Caro etwas mulmig war. Schließlich war es unser erstes mal in Tschechien und unsere einzige Orientierung war ein krumme Linie auf meinem Tacho, etwa wie bei Snake auf den alten Nokia Handys.

Wir düsen also mit gut 40 Sachen Richtung Ferienwohnung, hoffentlich, denn wieder hochfahren wäre nicht mehr drin. Nach einem kurzen Gegenanstieg ist meine Linie am Tacho zu Ende. Wir stehen im Dunkeln auf einem Dorfplatz eines Ortes mit drei Häser im Wald, nur unsere Ferienwohnung ist nicht in Sicht.

Kurze Lagebesprechung: Wir haben keinen Plan wo wir sind, es wird kalt und mein Handy ist leer. Die Campingausrüstung ist daheim, da wir auf der Tour in Hotels nächtigen wollen. Super. Beruhigend, Caros Handy hat noch 1%. Wird also nichts mit viel Karten studieren. Hoffentlich reicht es für ein Anruf beim Gastgeber. Aber die Nummer muss noch recherchiert werden. Zu guter Letzt hat es geklappt, 15 Minuten später kommt eine Kopflampe aus einem Feldweg. Es ist die nette Tochter der Ferienhausvermieter.

Wir hatten etwas Glück, aber mit etwas besserer Planung und einer Stromversorgung für unterwegs wäre die blöde Situation nicht entstanden. Weiterhin werden wir auf der Reise viel im nirgendwo ohne Steckdosen rumfahren und wild zelten. Fotos sollen trotzdem gemacht werden, die besten Fahrradkarten sind im Jahr 2015 auch digital, und die wollen wir uns auch ansehen. Also brauchen wir ein kleines aber feines Kraftwerk für unterwegs.

Nabendynamo

Über Umwege planen wir also aus Reis, Gemüse, Schokolade und Schnitzeln Strom zu erzeugen. Die darin enthaltene Energie nimmt einen kleinen Umweg durch meinen Körper. Der treibt bekanntlich das Fahrrad an. Darin sitzt in der Vorderradnabe ein Generator. Also quasi ein E-Bike nur rückwärts. Üblicherweise wird diese, dann elektrische Energie sofort wieder zu Licht. In meinem Rad sorgt ein Automatiklader dafür, dass ein Pufferakku geladen wird und auch alle USB-Geräte geladen werden können. Durch den Pufferakku kommt es auch beim Stillstand des Rads nicht zu einer Unterbrechung der Stromversorgung der USB Geräte.

Über die Technik kurz ein paar Infos. Der Forumslader stammt von Jens During, hier findet man mehr zu seinem Projekt. Er baut derzeit den leistungstärksten Lader am Markt in Heimarbeit. Und mit super Service, nachdem ich meinem beim Umbau etwas kaputt gemacht habe hat er ihn top repariert, obwohl ich schon unfachmännisch dran gelötet hatte.

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Was wir alles damit laden steht hier.

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